Viele Journalisten und politische Akteure, insbesondere aus dem linken Spektrum in Europa und weltweit, betonen immer wieder, dass sie für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung stehen.
Doch genau hier zeigt sich ein bemerkenswerter Widerspruch: Solange die Menschen politische Entscheidungen treffen, die dem eigenen Weltbild entsprechen, wird der Wille des Volkes respektiert. Sobald sich eine Bevölkerung jedoch für einen anderen politischen Weg oder eine Persönlichkeit entscheidet, die nicht in das eigene ideologische Konzept passt, wird diese Entscheidung plötzlich infrage gestellt.
Gerade im Umgang mit dem iranischen Volk wird diese Doppelmoral besonders deutlich. Wenn Menschen ihre Hoffnungen auf eine politische Persönlichkeit richten, die manchen westlichen Journalisten oder linken politischen Kreisen nicht gefällt, sollte ihre Stimme deshalb nicht ignoriert, abgewertet oder delegitimiert werden.
Kritische Berichterstattung ist selbstverständlich legitim und notwendig. Doch Journalismus sollte informieren, unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und nicht versuchen, den Menschen vorzuschreiben, welche politischen Entscheidungen sie zu treffen haben.

Demokratie bedeutet nicht, dass das Volk so entscheiden muss, wie es bestimmten Journalisten oder politischen Lagern gefällt. Demokratie bedeutet, den freien Willen der Menschen auch dann zu respektieren, wenn das Ergebnis den eigenen politischen Überzeugungen widerspricht.
Wer Freiheit und Selbstbestimmung fordert, muss diese Prinzipien konsequent verteidigen – nicht nur dann, wenn sie der eigenen Ideologie dienen.
Denn Demokratie ist keine Einbahnstraße. Und der Wille des Volkes braucht keine ideologische Genehmigung.
